Suche
Suche Menü

Gender

Wir haben uns beim MCL darüber verständigt, wie wir es sprachlich mit dem Gender-Thema halten wollen. – Wir werden mixen.

MartinblogEs ist nicht so, dass wir das Gender-Thema in den Mittelpunkt unserer Tätigkeit stellen, ständig darüber nachdenken und diskutieren. Es ist aber andererseits so, dass wir mit Sprache arbeiten. Für unsere Kunden und für uns selbst. Und das bedeutet, dass wir uns schon rein handwerklich jeden Tag mit Gender-Fragen beschäftigen.
Sprache spiegelt gesellschaftliche Zustände wider. Viele Strukturen und konkrete Ausdrücke haben sich in einer Zeit entwickelt, als die Gleichstellung der Geschlechter nicht existierte. Sicherlich existiert sie immer noch nicht in dem Maße, in dem sie existieren sollte. Und vielleicht kommen uns manchmal diejenigen etwas fundamentalistisch vor, die sich ernsthaft und mit Nachdruck darum kümmern, dass sich das ändert.

Das Anliegen der Gleichstellung der Geschlechter ist richtig. Deshalb sind Versuche, dieses Anliegen in der deutschen Sprache abzubilden, nicht die Zerstörung dieser Sprache, sondern notwendiger Teil ihrer Weiterentwicklung. In diesem Entwicklungsprozess gibt es allerdings Übertreibungen und Unfertigkeiten. Diesen wollen wir uns nicht unreflektiert unterwerfen.

Wir haben noch wenige sprachliche Lösungen gesehen, die dem Anliegen der Gleichstellung der Geschlechter entsprechen und sprachlich im klassischen Sinne elegant sind. Vielleicht geht das auch nicht. Denn die im klassischen Sinne elegante Sprache ist zu einer Zeit entstanden, in der die Gleichstellung der Geschlechter weder ein gesellschaftlich anerkannter Wert war noch gelebt wurde.

Wir haben uns im Munich Communication Lab auf Folgendes verständigt:  Wir werden uns gegenseitig dafür sensibilisieren, sorgsam mit der Sprache umzugehen und auf das Anliegen der Gleichstellung der Geschlechter zu achten. Wir wollen Diskriminierungen genauso vermeiden wie Übertreibungen beim Versuch, korrekt zu formulieren. In Textarbeiten für unsere Klienten halten wir uns an deren Regeln oder Policies.

In unseren eigenen Texte und in der Außendarstellung des MCL werden wir in Fällen, in denen wir Funktions- und Positionsbezeichnungen ohne konkrete persönliche Zuordnung verwenden, abwechselnd die weibliche und die männliche Formen benutzen. Das sieht dann so aus wie im Hinweis auf unser Angebot zur Individualbetreuung, wo von Unternehmerinnen, Managern, Wissenschaftlerinnen oder Sportlern die Rede ist. An anderer Stelle – zum Beispiel in der ausführlicheren Angebotsbeschreibung – finden sich dann auch Vorstände und Geschäftsführerinnen, Pressesprecherinnen und Kommunikationsverantwortliche, Wissenschaftler und Sportlerinnen…

Es gibt für die konkrete Anwendung kein Schema. Wir mixen halt. Wir finden allerdings, dass dieser Ansatz zumindest einen Schritt weiter geht als die Variante, immer die maskuline Form zu benutzen und mit Sternchen anzumerken, dass eigentlich alle gemeint sind.

So wollen wir das erstmal halten – willkürlich wechseln. Wir wissen, dass diese Wechsel irritieren können und vielleicht mal jemand drüber stolpert. Das werden wir in Kauf nehmen.

Wir werden weiter nach überzeugenden sprachlichen Ausdrucksmöglichkeiten Ausschau halten, die dem Anliegen der Gleichstellung der Geschlechter gerecht werden. Und freuen uns über Anregungen und Hinweise darauf, wie das anderen Organisationen gelingt.