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Interview mit Rouven Kasten von der GLS Bank: „Ein Blog bleibt!“

Rouven Kasten Portrait

Fotocredit: rankin

Nach einem ausgedehnten Winterschlaf geht unsere Interviewserie zu Erfolgsgeschichten im Content Marketing in die nächste Runde. Es freut uns, dass wir mit Rouven Kasten und dem GLS Bank Blog nach konversionsKRAFT und dem Ritter Sport Blog einem weiteren Urgestein der deutschen Blogszene unsere Fragen stellen durften: Der Blog der ersten nachhaltigen Bank der Welt besteht schon seit über 10 Jahren und ist schon ungefähr 1.250 Beiträge schwer. Wir fragen Rouven, warum sie damals angefangen haben, als sonst noch kaum jemand gebloggt hat, wie sie die Arbeit organisieren und warum sie jetzt auch noch einen Podcast produzieren.

3 x GLS Bank Blog

Warum bloggt ihr bei der GLS Bank? Was sind eure Ziele dabei?

Wir bloggen jetzt bereits seit 10 Jahren, für uns war es ein konsequenter Schritt. Ein ehemaliger Kollege war selbst passionierter Blogger und hat früh erkannt, dass es für Unternehmen wichtig werden wird, auch selbst zu bloggen. Während eine Webseite eher klassisch für die Produktinformationen sind, ist das Blog für Geschichten von Kunden für Kunden und Geschichten rund um die Bank. Hier können wir das Banking anhand der Artikel über die Themen, die uns bewegen, transportieren. Das Ziel ist auch immer, einen unabhängigen eigenen Content-Hub zu führen, der losgelöst aller Social Media Plattformen agiert, denn auch die großen Netzwerke können plötzlich schließen, wie z.b. Google+. Ein Blog bleibt!

Warum werden eure Beiträge gelesen?

Das nachhaltige Bankgeschäft ist nicht neu, wir betreiben es nun schon seit über 45 Jahren. Dennoch denken viele Menschen es wäre neu oder können sich nicht vorstellen, dass es alternative Banken gibt, die nicht Waffen oder Atomenergie finanzieren. Genau das wollen wir aufbrechen. Die Artikel beschäftigen sich mit Themen, die uns alle betreffen oder in Zukunft betreffen werden. Wir sind im Blog auch politisch und stellen klare Forderungen an die Gesellschaft. Außerdem können die Leser*innen viel mitnehmen, um einen Wandel mit anzustoßen und, selbst wenn auch nur im Kleinen, ein nachhaltigeres Leben zu führen.

Wie stoßen eure Leser auf die Beiträge? Über welche Kanäle?

Wir sind in allen gängigen Social Media Kanälen vertreten, auch in solchen die eher aus der Nische kommen, wie Ello oder Mastodon, denn viele unserer Kunden legen wert auf Datenschutz. Wir wollen niemanden zwingen, sich in einem Netzwerk anmelden zu müssen, um GLS Nachrichten lesen zu können. Die Leser*innen soll sie dort lesen können wo sie es möchten. Wir probieren auch immer wieder neue Netzwerke aus und haben kürzlich mit Futopolis eine eigene GLS Community Plattform für Kunden gestartet.

3 x Redaktion

Wie viele Leute arbeiten an dem GLS Bank-Blog?

Wir machen alles selbst: Aktuell arbeiten wir im Digital Team zu viert. Am Blog selbst arbeitet ein Kernteam von zwei Personen. Aber Autoren haben wir viele, denn die fast 600 Mitarbeiter können alle etwas dazu beitragen, wenn sie möchten. Es gibt auch Gastautoren und Kooperationen. Technisch betreuen wir das Blog selbst. Es ist eine normale WordPress Installation.

Wie kommt ihr auf Themen?

Die GLS Bank bewegt sich in 6 Kernbranchen: Ernährung, Bildung, Wohnen, Energie, Soziales & Gesundheit und nachhaltige Wirtschaft. Dazu kommen unsere tollen 220.000 Kunden und über 580 Mitarbeiter. Daraus schöpfen wir viel tollen Content, den wir unseren Leser*innen mitgeben können. Im Alltag gibt es Themen, wie z.b. Umweltschutz oder #FridaysForFuture, an die wir immer wieder andocken. Es gibt auch noch Kooperationen mit Bloggern, Gastautoren, uns nahestehender Kunden und Medien. Von daher werden uns die Themen nicht so schnell ausgehen.

Wie organisiert ihr euch?

Wir haben einen Redaktionsplan, der einige Monate in die Zukunft blickt. In Absprache mit dem Vertrieb schauen wir auch, über welche spannenden GLS Finanzierungen berichtet werden können oder welche Events gerade anstehen, die dazu passen. Dazu kommt der obligatorische Blick in die Medien und ins Monitoring des Social Web. Aus diesem Themenmix gestalten wir den Content. Für Social Media haben wir dann noch ein Dashboard mit Planung, Community Management etc.

3 x Podcast

Ihr habt vor ungefähr einem Jahr zusätzlich zum Blog einen Podcast gestartet. Was ist der Grund dafür?

Der Grund ist einfach der Wunsch der Kunden*innen. Ich arbeite nun seit vier Jahren in der GLS Bank und wurde immer wieder danach gefragt. Wir haben dann im Januar 2018 einfach zwei Mikrofone gekauft und sind gestartet. Der Podcast wird im Blog selbst gehostet und ist mittlerweile bei iTunes, Spotify, Deezer, Fyyd oder Podcast.de zu hören. Aber auch die App Anchor nutzen wir, um den Podcast möglichst breit anbieten zu können.

Wie schätzt du den Aufwand für eine Podcastfolge im Vergleich zum Aufwand für einen Blogbeitrag ein?

Die Recherchen für einen Blogbeitrag sind aktuell deutlich aufwendiger als die Aufnahme einer Podcastfolge. Im Podcast erklären wir ganz klar wie die Bank funktioniert. Ich lade mir einmal im Monat Mitarbeiter*innen aus den unterschiedlichen Fachabteilungen ein und wir sprechen über das Aufgabengebiet. Dabei versuchen wir natürlich herauszuarbeiten, was wir anders machen als konventionelle Banken. Die „Null“-Folge war ein Einstieg mit der Geschichte der Bank und diese Folge wurde bis heute auch am meisten gehört. Die Menschen wollen wissen, wo wir herkommen.

Mit eurem Blog wart ihr vor zehn Jahren Vorreiter in der Unternehmenskommunikation. Denkst du, dass die GLS Bank wieder eine Vorreiterrolle einnimmt und Podcasts in ein paar Jahren ähnlich verbreitet sind wie heute Blogs?

Das Corporate Podcasts jetzt 2019 ein Jahr später fast schon ein Trend werden war damals für mich nicht in der Form abzusehen, aber es freut uns wieder einmal früh damit gestartet zu haben. Menschen wie Gordon Schönwälder von den Podcast Helden treiben das Thema mit viel Herzblut voran. Kürzlich sagte er „Google zum Finden, Podcast zum Binden“, dass bringt es ganz gut auf den Punkt. Ich glaube, dass wir in Zukunft noch viele tolle Corporate/Business Podcasts entdecken werden.

Danke für die Antworten, Rouven!

Zu Rouven Kasten:
Rouven Kasten (Jahrgang 74) ist mit Raider, Pink Floyd und Atari aufgewachsen und seit 1995 keinen Tag mehr offline gewesen. Seit über 20 Jahren arbeitet und lebt er mit und im Internet. Nach einigen Agenturstationen und einer intensiven Zeit der Selbständigkeit beriet er unter anderem den WDR, ERGO und die Gothaer. Im Jahr 2015 wechselte er auf die Kundenseite und ist seitdem bei der sozial-ökologischen GLS Bank für den Bereich Digitale Kommunikation zuständig ist. Darüber hinaus ist er Dozent & Speaker für Social Media-Themen und organisiert u.a. BarCamps für den Kultursektor.

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